Dresden

Schreibwerkstatt im Seniorenheim

Seit August treffen sich Bewohner des ASB-Seniorenheims wieder aller 14 Tage zur Schreibwerkstatt. Diese feiert in diesem Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum.

Coronabedingt musste die Gruppe pausieren, da Senioren aus verschiedenen Wohnbereichen daran teilnehmen. Jetzt starteten die Schreib- und Literaturinteressierten mit viel Elan in die neue Saison. Die Senioren erarbeiten unter Anleitung von Ergotherapeutin Anne Heinrich mittels Brainstorming und Gedankenaustausch kleine literarische Werke. Sie nimmt die Gedanken auf, sammelt Vorschläge, ordnet die Beiträge und leitet die engagierten Diskussionen der Teilnehmer.

Alle Senioren beteiligen sich am Satzbau, Ausdruck und suchen gemeinsam nach den passenden Formulierungen. So entstehen spannende Berichte, Gedichte oder auch Märchen. Entstanden sind bereits Naturberichte über den Frühling und den Herbst, ein Sommergedicht in Reimen, Berichte über den Heimtierzoo des Seniorenheims und den Dresdner Hauptbahnhof sowie ein Märchen „Die Waldmühle – ein Räubermärchen“. Einige Beiträge werden in der hauseigenen Heimzeitung, die monatlich erscheint, veröffentlicht. „Ich freue mich an der Mitgestaltung des Heimblattes mitwirken zu können, wir können was dazu beitragen“, so eine Bewohnerin.

Ein besonderes Thema, dass aktuell erarbeitet wird, ist die Entstehung der Dresdner Semperoper. Neben den historischen Fakten, die u. a. aus Büchern aus der Bibliothek zusammengetragen werden, erinnern sich die Bewohner, sie sie die Zeit selbst erlebt haben. So fließen Zeitzeugenberichte ein. Für Senioren, die nicht aus Dresden kommen, ist dies besonders interessant - „Ich bin keine Dresdnerin und deshalb interessiert es mich, wenn es in einer solchen Gruppe auch um Dresden geht.“

In der Gruppe ergeben sich während der Arbeit miteinander immer wieder emotionale Momente. Es tritt z. B. die Vertriebenenproblematik in den Fokus. Dadurch wird ein Stück weit das eigene Erlebens mit Menschen, die ähnliches erlebt haben, bearbeitet.

Viele der Werkstattteilnehmer schätzen besonders den regelmäßigen Austausch auf Augenhöhe. „Es gefällt mir hier. Ich habe früher gern Aufsätze geschrieben und Stenografie erlernt“ und „Ich wurde angesprochen und da ich an Literatur interessiert bin, bin ich dabei. Ich finde es interessant – die Gespräche miteinander“, so antworteten die Bewohner auf die Frage, nach ihrem Interesse an der Schreibwerkstatt.

Bewohner nehmen an der Schreibwerkstatt teil

Foto: ASB Dresden & Kamenz gGmbH