Dresden

Ein Bewohner am Mikrofon

Der Heimfunk im ASB-Seniorenheim "Am Gorbitzer Hang" gehört zum festen Bestandteil des Lebens der Bewohner. Täglich von 8:30 bis 9 Uhr führt Vanessa Schubert, Ergotherapeutin und verantwortlich für das Freizeitprogramm im Heim, durch die Sendung. Neben Geburtstagsgrüßen, kurzen Geschichten und Veranstaltungshinweisen, erklingen zahlreiche Songs aus den verschiedenen Epochen. Die Bewohner freuen sich über die schöne Abwechslung. Hartmut Erhardt, Bewohner des Seniorenheims "Am Gorbitzer Hang" gab heute selbst sein Debüt am Mikrofon des Heimfunks. Der literaturinteressierte Senior gestaltete von 15 bis 15:30 Uhr das erste Mal seine eigene Sendung im Heimrundfunk. Begleitet hat ihn Annett Wagner, Ergotherapeutin im Seniorenheim. Sie war für die Technik verantwortlich.

Herr Erhardt, wie geht es Ihnen nach Ihrer ersten Sendung?

"Gut, ich hoffe, dass mich alle gut verstanden haben. Ich bin gespannt auf das Feedback meiner Mitbewohner."

Wie fühlt es sich an am Mikrofon?

"Es war alles gut, ich war nicht aufgeregt und es hat mir viel Freude bereitet."

Wie kam es zu der Idee, eine Literatursendung im Heimrundfunk zu machen?

Seit über einem Jahr lese ich einmal in der Woche in einem kleinen Kreis für meine Mitbewohner vor. Ich fand es schon immer schade, dass dieses Angebot nur die mobilen Bewohner erreichte. Eine 96-jährige Dame habe ich dann am Bett besucht und ihr dort vorgelesen. Sie hat sich total gefreut und an passender Stelle spontan gelacht. Das war wunderbar zu sehen, denn sie ist geistig noch total fit, aber nicht mehr so mobil. Ich habe einfach die Leiterin der Ergotherapie angesprochen, ob wir nicht eine Literatursendung im Heimfunk regelmäßig machen können. Da können wir viel mehr Bewohner erreichen. Die Anlage ist ja vorhanden, denn es gibt hier täglich morgens eine Heimsendung mit Frau Schubert von der Ergotherapie. Die Idee fand guten Anklang und heute starteten wir mit der ersten Sendung."

Welcher Lesestoff stand auf dem Programm?

"Ich habe mich erstmal vorgestellt. Das Programm war kunterbunt. Ich habe Witze erzählt und Anekdoten vorgelesen. Zum Beispiel "Hackfleisch" von Kai Meyer aus dem Buch "Teuflische Menüs - kulinarische Mord- und Horrorstories". Solche Kurzgeschichten mag ich sehr gern. Ich habe die Zuhörer gebeten, ihre Literaturwünsche an mich weiterzugeben. Ich bin gespannt, was sie sich so wünschen. Manchmal wurde ich schon angesprochen, dass ich immer das lese, was mir gefällt. Das liest sich auch am besten."

Wird es weitere Sendungen mit Ihnen geben?

"Nächste Woche wird es wieder am Mittwoch eine Sendung mit mir geben und danach möchten wir drei Mal in der Woche, immer montags, mittwochs und freitags die Literatursendung fortsetzen. Darauf freue ich mich schon sehr."

Darf ich nach Ihrem Alter fragen und wie lange Sie schon hier im Seniorenheim "Am Gorbitzer Hang" leben?

"Ich nähere mich der 80 - ich bin gern humorvoll, nein ich bin 79 Jahre alt und lebe seit 2 Jahren hier im Seniorenheim."

Das Interview führte Klaudia Deuchert, Referentin Unternehmenskommunikation.

 

 

 

Herr Erhardt am Mikrofon im Heimrundfunk

Foto: ASB Dresden & Kamenz