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Königsbrück

Kartoffelgeschichten im Pflegeheim

Im ASB-Seniorenheim kamen Jung und Alt am Feuer zusammen und erzählten von der Kartoffelernte.

Erntezeit auf dem Kartoffelacker. Was viele junge Leute maximal aus dem Fernsehen kennen, ist fester Bestandteil des Lebenslaufs vieler Bewohner des ASB-Pflegeheims „Am Schlosspark“ in Königsbrück. Mit einem Kartoffelfest haben die Betreuer jetzt die Erinnerungen an die Kartoffellese in früheren Zeiten wieder geweckt. Die Biografiearbeit und kleine Veranstaltungen passend zur Jahreszeit sind fester Bestandteil des Konzeptes des Hauses. So wird das Gedächtnis gefordert und ganz nebenbei wird die Kommunikation untereinander angeregt.

Dazu versammelten sich die Bewohner rund um ein kleines Feuerchen, verspeisten Kartoffeln mit Quark und tauschten Erinnerungen aus. Mittendrin saß die 93-jährige Anni Petzold. Ihre Familie hatte früher Landwirtschaft und baute Getreide und Kartoffeln auf Feldern bei Häslich an. Sie hat die Arbeitsgänge noch gut im Gedächtnis und weiß auch genau, wann die Kartoffeln in die Erde gebracht wurden. April und Mai waren die richtige Zeit dafür und dazu hat sie gleich eine Bauernregel parat: „Legt Ihr mich im April, komm ich, wann ich will. Legt Ihr mich im Mai, komm ich glei“. Die 87-jährige Waltraud Schmidt war als Ferienkind bei ihren Großeltern oft bei der Kartoffellese dabei und erinnert sich noch gut daran, wie die Kartoffeln zunächst mit dem Pflug aus der Furche gehoben wurden, um dann per Hand gesammelt zu werden.

Heute übernehmen „Kartoffelroder“ oder „Vollerntemaschinen“ die Arbeit, wissen Eddi und Tamino. Die beiden 12jährigen haben gerade Ferien und nutzten die Gelegenheit, die Senioren über frühere Zeiten zu befragen. „Meine Mutti arbeitet als Betreuerin im Haus und erzählte, dass ein Kartoffelfeuer geplant ist“, erzählt Tamino. „Da bin ich mit Eddi hergekommen. Sein Onkel hat nämlich einen Hof und dort bin ich ganz oft zu Besuch.“ Die Erntemaschinen faszinieren ihn, auch der Traktor, mit dem Eddi schon ab und zu über den Acker fährt. Eddi hat ein Plakat von der Messe „agra“ mitgebracht, auf dem der Weg von der Kartoffel zur Schüssel Pommes anschaulich beschrieben ist. „Für die Städter“, meint er. Ihm sei ja klar, dass Kartoffeln unter der Erde wachsen. Aber er kennt Kinder, die glaubten, dass Kohlrabis an Bäumen hängen.

Senioren und Jugendliche beim Kartoffelfeuer

Foto: Sabine Mutschke